Exkurs: Zirkel, Dänemark

Zirkel (Wortspiel für das dänische Wort für Kreis „cirkel“) ist eine Reuse Initiative der Stadt Odense, in Dänemark. Das Reuse-Projekt „Zirkel“ wird von Odense Renovation, dem kommunale Abfall- und Ressourcenmanagementunternehmen der dänischen Stadt Odense betreut. Das Unternehmen übernimmt Aufgaben der Abfallsammlung, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft.

Ähnlich wie bei der Vorsammlung in den oberösterreichischen ASZ werden in Zirkel wiederverwendbare Gegenstände in insgesamt acht Recyclingzentren gesammelt. Die Waren werden in Containern gesammelt und nach Befüllung zum zentralen Standort transportiert, wo sie entladen, verwogen und von Mitarbeitenden sortiert werden.

Nach der Sortierung gelangen die wiederverwendbaren Waren in eine Lagerhalle. Dort können sie von humanitären Organisationen, Schulen, Kindergärten sowie sozial benachteiligten Menschen kostenlos übernommen werden. Gegenstände, die nach 24 Stunden nicht abgeholt wurden, werden in den Second-Hand-Shop am Standort überführt und dort zu festgelegten Preisen verkauft. Ergänzend zum regulären Shopbetrieb finden mehrmals wöchentlich Lagerabverkäufe statt, bei denen Waren zu reduzierten Preisen angeboten werden. Darüber hinaus haben regionale Künstler:innen und kreative Initiativen die Möglichkeit, Materialien und Gegenstände für Upcycling-Projekte zu beziehen.

Zirkel vermarktet Waren zudem auch über seine Social-Media-Kanäle. Produkte, die auf den Plattformen präsentiert werden, können direkt reserviert und erworben werden. Interessierte Kund:innen kontaktieren Zirkel über Social Media, bezahlen den Artikel unmittelbar per Überweisung und können ihn anschließend abholen. Bis zur Bezahlung wird der Artikel für maximal eine Stunde reserviert, danach kann er wieder für andere Interessent:innen freigegeben werden.

Zirkel Medien:

Im Vergleich zu ReVital legt Zirkel den Fokus auf Kreativität, Upcycling und die Inszenierung von Wiederverwendung als inspirierenden Lebensstil. Wiederverwendbare Gegenstände werden nicht nur als Beitrag zur Ressourcenschonung gesehen, sondern auch als Ausgangspunkt für neue Ideen, kreative Projekte und nachhaltiges Design. Dieser Ansatz zeigt, wie Reuse-Themen neben ihrer ökologischen und sozialen Wirkung auch emotional und kreativ vermittelt werden können.

Der Fokus von Zirkel liegt stärker auf der attraktiven Präsentation und Vermarktung wiederverwendbarer Produkte, während ReVital insbesondere durch seine flächendeckende Sammelstruktur, standardisierte Qualitätskriterien und die Verknüpfung von Reuse mit Beschäftigungsprojekten hervorsticht.

Was kann das heimische Reuse-Netzwerk vom dänischen Ansatz lernen?

  • Mutige und positive Kommunikation von Reuse: Zirkel zeigt, wie Wiederverwendung als attraktives, modernes und inspirierendes Angebot präsentiert werden kann. Der Fokus auf schöne Produkte, Geschichten und kreative Nutzungsmöglichkeiten macht Reuse für neue Zielgruppen greifbar.
  • Aktive Vermarktung wiederverwendbarer Waren: Durch die gezielte Bewerbung einzelner Produkte über Social Media schafft Zirkel zusätzliche Sichtbarkeit für wiederverwendbare Gegenstände und macht deren Wert unmittelbar erlebbar.
  • Einbindung von Kreativwirtschaft und Upcycling: Die Zusammenarbeit mit Künstler:innen, Kreativen und sozialen Einrichtungen zeigt, wie Wiederverwendung über den klassischen Second-Hand-Verkauf hinausgedacht werden kann und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für aussortierte Gegenstände entstehen.

Übrigens: Auf Basis der Erfahrungen aus dem Reuse-Projekt Zirkel wurde auch eine Feldstudie zu möglichen Rebound-Effekten im Reuse-Bereich durchgeführt. Die Untersuchung befasste sich mit der Frage, wie sich der Kauf von wiederverwendeten Produkten auf das Konsumverhalten von Kund:innen auswirkt und welche tatsächlichen Umweltwirkungen dadurch erzielt werden können. Reuse of consumer products: Climate account and rebound effects potential

 

Foto: © istock/SeventyFour

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